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Hohnbeer

Im Jahre 1462 wurden zum ersten Mal die Heider Eggen erwähnt. Heide bestand im Mittelalter aus vier so genannten Eggen (Ortsteile). Sie erhielten ihren Namen nach den Himmelsrichtung. Die Norder-, Süder- und Österegge bestehen bis zum heutigen Tag, die Westeregge hingegen gab es nur kurze Zeit. Die Eggen waren ursprünglich Feldgemeinschaften, die als selbständige Gemeinwesen mit Meent-Land (Gemein-Land) und mit Meent-Werk (Gemein-Werk) mit einem Eggenvorsteher, der zugleich Protokoll- und Rechnungsführer war, verwaltet wurden.

  • Östereggen Hohnbeer
  • Südereggen Hohnbeer

Das "Beer" von Hohnbeer bedeutet nicht Bier, sondern Fest, also ein Fest, das für den Hahn, der ein Freiheits- u. Fruchtbarkeitssymbol darstellt, gefeiert wird. Einst sperrte man einen lebendigen Hahn in eine Holztonne. Die Eggenbrüder bewarfen diese Tonne mit Knüppeln und Steinen, bis sie zerbarst und der Hahn frei war. Anschließend wurde Hohnbeer gefeiert.

Im Jahr 1841 beschloss der Bauer und Holzpantoffelmacher Jacob-Peter Claußen, genannt "Peter Bur", zusammen mit dem späteren Lehrer und Dichter Klaus Groth und Eggenbrüdern aus allen drei Eggen, das Hohnbeer als Gemeinschaftsfest der Eggen neu aufleben zu lassen und gleichzeitig den Boßelwettkampf wieder einzuführen.

Die Vision von Peter Bur wurde Wirklichkeit - zunächst mit Stiftung der Süderegge durch Bur selbst. Hohnbeer wird auch zur Pflege und Förderung des Gemeinschaftssinns und der Erhaltung der platt- deutschen Muttersprache in jedem Jahr zur Fastnachtzeit von den Eggen gefeiert. Der lebendige Hahn wurde ersetzt. Heute hat er noch symbolischen Wert ebenso wie die traditionelle Garderobe der Aktiven: Schwarzer Zylinder, weiße Fliege, schwarzer Anzug, weiße Handschuhe und schwarze Schuhe.

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Veranstaltungen
    region|dithmarschen
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